Herkunft und Bedeutung des Familiennamens NÜESCH

VERSION 2


 

NÜESCH kommt vielleicht vom mundartlichen Verb nueschen/noschen (herum-wühlen, stöbern).

 

Radio SRF1 stellte am 24. Mai 2015 in seinem Sendegefäss „Auf den Spuren eures Namens“ zwei Erklärungen für die Herkunft der NÜESCH vor 

https://www.srf.ch/radio-srf-1/auf-den-spuren-eures-namens/nueesch

 

1. Teil der Sendung

Hörer-Frage: Handelt es sich bei den NÜESCH um evangelische deutsche Flüchtlinge während der Reformationszeit? Sie hätten sich Neu-Osch bzw. Neu-Ösch genannt, woraus dann im Dialekt Nüesch entstanden sei.

Die Frage wird abschlägig beantwortet, weil Flüchtlingsströme in der Reformationszeit erst ab 1550 in der Schweiz bekannt seien. Der Name sei um 1800 nur in Balgach alteingesessen. Und: Von 1534 gäbe es einen Beleg im nahe gelegenen Kriessern von einem Hans Nuosch. Das dürfe ein Hinweis sein, dass der Name von dort komme und dort entstanden sei. Die Lautung uo lasse die Aussage zu, dass es sich um einen schweizerdeutschen Namen handle.

 

Kommentar zum 1. Teil

Geklärt wird, dass der Name nicht aus Deutschland stammt. Es bleibt aber die Frage, welchen Zusammenhang es bezüglich des Namens zwischen Kriessern (1534) und Balgach (um 1800) gibt. Wie beim Kommentar zur Version 1 aufgeführt, liegt zu den Nüesch eine Urkunde von 1395 vor, deren Unterzeichner sich mit „alle alz wir darvor benembt sint von Balgach“ beschreiben. Das heisst nichts anderes, als dass die Nüesch (Uoli Nuosch) schon Ende des 14. Jahrhunderts in Balgach ansässig waren. Sie stammen nicht aus Kriessern.

In der Hörer-Frage fehlt eine Begründung, warum sich die Flüchtlinge Neu-Oesch genannt hätten. Es wird vorausgesetzt, dass sie vorher den Namen ÖSCH trugen.

 

2. Teil der Sendung

Nüesch könnte ein Uebername sein, der auf den Charakter oder eine körperliche Eigenschaft Bezug nehme. Er komme vom mundartlichen Verb nueschen = noschen (suchend in Etwas herumwühlen, herumstöbern, herumkramen) her. Solche Uebernamen habe man sich nicht selbst gegeben, sondern seien von aussen vergeben worden. Damit sei mit Spott und Ironie zu rechnen.

Die Erklärung stützt sich auf einen Eintrag im Schweizerischen Idiotikon, Bd. IV, 836.

 

Kommentar zum 2. Teil

Die Sendung ist im Plauderton gehalten. Aus einem „vielleicht“ im Idiotikon wird die Aussage „Genau, das ist so ein Uebername, …“.
Version 2 ist eine volksetymologische Deutung. Sie entspricht nicht den heutigen Kenntnissen in der Etymologie.